Westen und Norden der Tschechischen Republik erhalten gigantische grüne Subventionen

Am tschechisch-deutsch-polnischen Dreiländereck befindet sich eine Region, die in den nächsten zehn Jahren Milliarden von Euro erhalten wird. Das ehemalige Sudetenland wird seine eigene Version der “Energiewende” und einen regelrechten Solar- und Windboom erleben. Angesichts der gemeinsamen Geschichte wäre es schade, wenn deutsche Investoren nicht einspringen und den riesigen Subventionsstrom den tschechischen Energieriesen überlassen würden.

Das Schloss Jezeří am südlichen Hang des Erzgebirges befindet sich in etwa 0,5 km Entfernung direkt oberhalb eines riesigen Braunkohlen-Tagebaus. Foto: Wikimedia

Die Kovid-Pandemie veränderte das Bewusstsein der Menschen und beschleunigte die Pläne der Europäischen Union zur Modernisierung des Energiesektors. Der Nordwesten von Böhmen und Schlesien ist immer noch fest im Geschäft mit dem Abbau und der Verbrennung von Kohle und wird daher einer der größten Empfänger von europäischem Geld in Europa sein. Erinnern wir uns zunächst einmal daran, worum es bei den Fonds eigentlich geht. 

Der Subventionssturm

Wir haben den Modernisierungsfonds, der bis zum Jahr 2030 rund 24 Mrd. CZK an Subventionen an Kleininvestoren in Photovoltaik, Windkraftanlagen, Wasserkraftwerke und Agri-Photovoltaik verteilen wird. Dies setzt natürlich voraus, dass der Preis für Emissionszertifikate auf dem aktuellen Niveau bleibt (im letzten Jahr lag er im Durchschnitt bei über 30 € pro Tonne CO2), was wahrscheinlich nicht der Fall sein wird, so dass er bis 2030 ein Vielfaches dieses Betrags betragen könnte. 

Um einen Teil dieses Geldes werden sich Energieriesen wie die halbstaatliche ČEZ, Pavel Tykačs Sev.En Energy oder Daniel Křetínskýs EPH streiten. Deshalb ist es wichtig, dass kleine Investoren nicht einschlafen und genügend tragfähige Projekte zur Produktion und Akkumulation erneuerbarer Energie vorbereiten. 

Dann gibt es noch den Just Transition Fund (JTF), der für die Regionen Mährisch-Schlesien, Ústí nad Labem und Karlovy Vary eine Unterstützung von mindestens 44 Mrd. CZK über sieben Jahre vorgesehen hat. Ein Teil dieses Geldes wird in den Bau neuer Ökostromanlagen fließen. 

Derzeit wird ein “Národní plán obnovy” (Recovery and Resilience Facility) erstellt, in den Gelder aus dem Green Recovery fließen werden. Sie wird ab diesem Jahr Zuschüsse und Darlehen bereitstellen, wobei vorläufig 7,1 Mrd. CZK für die Tschechische Republik vorgesehen sind. Europa wird bei der Genehmigung der einzelnen nationalen Pläne großen Wert auf nachhaltige Projekte legen. 

Schließlich kann auch der europäische Innovation Fund, der Demonstrations- und Versuchsprojekte für bahnbrechende Technologien finanziert, zur Unterstützung erneuerbarer Technologien genutzt werden. Sie hat ein Gesamtvolumen von 180 Milliarden Euro für die gesamte Union.

Sudetenland wiedergeboren

Die Tschechische Republik ist nach dem Ende der DDR das am stärksten industrialisierte Land des ehemaligen Ostblocks. Ihre Tradition reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück, als sie etwa die Hälfte der Industrieproduktion von ganz Österreich-Ungarn ausmachte. Heute ist es eine automobile Supermacht, die pro Kopf die meisten Autos produziert und rund 4.000 Zulieferern ein Auskommen bietet. Es liegt am Kreuzungspunkt internationaler Verkehrswege und belegt mit seiner stark diversifizierten Wirtschaft den neunten Platz auf dem Economic Complexity Index (ECI).

Die Grenzgebiete zu Deutschland entwickeln sich rasant und stellen durch Euroregionen oder z.B. den tschechisch-deutschen Zukunftsfonds einst abgebrochene Bindungen zu Deutschland wieder her. Investoren aus Bayern und Sachsen nutzen die Vorteile der qualifizierten und dennoch billigen Arbeitskräfte und die Tatsache, dass Deutsch im ehemaligen Sudetenland wieder eine lebendige Sprache ist. 

Nicht zuletzt bietet die Grenzregion die Möglichkeit, in günstiges Land zu investieren, das sich ideal für den Bau von Solarparks, Windparks, Wasserkraftwerken und bald auch Agri-Photovoltaik eignet. Viele dieser Anlagen werden die Möglichkeit bieten, ein technologisches Unternehmen aufzubauen, das die vor Ort erzeugte erneuerbare Energie nutzen kann – zum Beispiel durch die Anbringung von Solarzellen auf den Dächern von Industriegebäuden oder in deren Umgebung. 

Solar-Dämmerung

Green Deal und sein Special CzechGermanGreenDeal richtet sich an deutsche Investoren. Warum? Das Sudetenland und Schlesien waren von alters her ein deutschsprachiges Gebiet. Heute ist die Tschechische Republik wieder eng mit Deutschland verbunden – ein Drittel der Exporte geht an den westlichen Nachbarn. Wir teilen Geschichte, Werte und Kultur. Zehntausende tschechische “Pendler” pendeln zum Arbeiten nach Deutschland, und deutsche Unternehmen investieren kräftig in unserem Land. 

Die Förderung für den Bau von Photovoltaik-Kraftwerken wird derzeit ausgeweitet. Hierfür gibt es mehrere Gründe: 

1. Der Staat ist hoch motiviert zu helfen. Die Tschechische Republik erzeugt derzeit nur zwei Gigawatt aus Solarenergie, und unter verschiedenen Szenarien einer Abkehr von der Kohle (2033 ist jetzt im Spiel) wird sie bis zum Ende des Jahrzehnts mindestens sieben, möglicherweise sogar dreizehn Gigawatt benötigen. In jedem Fall wird es ein Solarboom sein. 

2. Es gibt wenig Wettbewerb. In den letzten zehn Jahren sind zufälligerweise fast keine Solarparks entstanden, Photovoltaik-Paneele wurden hauptsächlich von Privatpersonen installiert, und nur sehr wenige Unternehmen konkurrieren derzeit auf dem Markt. Der Europäische Green Deal wird diese Situation im Handumdrehen ändern.

3. Die Einstellung der Öffentlichkeit ändert sich. Es ist ein Mythos, dass die tschechische Öffentlichkeit als Ganzes die Solarenergie nicht unterstützt (aufgrund des sogenannten Solartunnels vor zehn Jahren). Laut einer Median-Umfrage aus dem letzten Jahr sind 43 % der tschechischen Öffentlichkeit der Meinung, dass sich das Land in Richtung erneuerbare Energien bewegen sollte, während nur 33 % die Kernenergie bevorzugen. 

4. Zuschüsse begünstigen Photovoltaik. Das Umweltministerium sieht klar die Vorteile, die der Bau von Solarparks in den Nachbarländern gebracht hat – beeinflusst durch die Tatsache, dass die Technologie seit dem letzten Jahrzehnt um 80 Prozent billiger geworden ist. Das ist auch der Grund, warum der Modernisierungsfonds mehr als 90 Prozent seiner Fördermittel an PV-Projekte vergibt. Das Industrieministerium beginnt, in die gleiche Richtung zu gehen. 

Die obigen Ausführungen zeigen, dass es sich lohnt, in großem Umfang in grüne Projekte zu investieren (z.B. in der Größenordnung von zig Millionen Euro) und Hunderte von Hektar Land zu kaufen, die bereits mit Dutzenden von Projekten mit Anträgen auf staatliche Unterstützung verbunden sind. Auf diese Weise sinken die Subventionskosten, während die Investitionssicherheit steigt. Wir bieten Investoren ein Grundstück an, auf dem wir bereits ein Projekt zur Installation einer erneuerbaren Energiequelle vorbereiten, um eine der Subventionen zu erhalten. 

Auch wenn die Bewilligung mit einigen bürokratischen Hindernissen verbunden ist, wäre es eine relativ sichere Investition, da die Grundstückspreise in Tschechien stetig steigen. Der Investor verfügt somit über ein Grundstück mit einer hohen Wertsteigerungschance.

Welche Art von Investoren sollten 

Durch hohe Subventionen ist es daher möglich, schnell in Grenzregionen zu expandieren. GreenDeal unterstützt Projekte, die beabsichtigen, einen konsequent umweltbewussten Ansatz anzuwenden. Eine Zusammenarbeit mit landwirtschaftlichen Universitäten und Umweltorganisationen wäre sicher gut, damit Solaranlagen die Artenvielfalt nicht schädigen. Ein Teil des Gewinns sollte an die Region zurückgegeben werden. Unterstützen Sie lokale Arbeitsplätze. Jährliche Investorenberichte sollten TCFD (Task Force on Climate-related Financial Disclosures) und andere Umweltkennzahlen enthalten.

Auch die Verbindung von Unternehmen mit zivilgesellschaftlichen Initiativen mit neuen Technologien wie Blockchains (P2P) ist richtig. Dies kann eine öffentlich-private Partnerschaft sein. Zusammenarbeit mit Städten und Gemeinden, um deren Energie- und Wasserbedarf zu decken.  

Das ehrgeizigste Ziel wäre zweifelsohne der Aufbau neuer Innovationszentren in der tschechischen Grenzregion. Das Niveau der technischen Ausbildung in der Tschechischen Republik ist traditionell hoch, das Land zeichnet sich in bestimmten Bereichen aus (Autoindustrie, Nanotechnologie, Biochemie). Der Europäische Green Deal wird erhebliche Mittel für Bildung und Umschulung bereitstellen. 

Jan Müller

 

 

#Energiewende # Solar # Tschechische Republik # Sudetenland 

 

 

 

Související



#Solar #modernizační fond #Energiewende #Tschechische Republik #Sudetenland #Photovoltaik



Související